Buch: 70 Antifaschist*innen blockierten Anti-Asyldemonstration

6. Dezember 2014 | News Redaktion

Für Donnerstag, den 4. Dezember hatte eine rassistische Anwohner*innen-Initiative zu einem Aufzug aufgerufen, der sich gegen eine neu entstehende Flüchtlings-Containerunterkunft im Berliner Ortsteil Buch richtete. Der Aufmarsch sollte von Karow nach Buch führen.Während sich die Aufmarsch-Teilnehmer*innen gegen 18.30 Uhr zusammen fanden, besetzten rund 70 Antifaschist*innen die Autobahnunterführung am Bucher Ortseingang (Karower Chaussee/Bucher Landstraße). Die Antifaschist*innen entrollten Banner mit der Aufschrift „Geflüchtete willkommen“ und „Rassismus tötet!“.

Während die Zahl der Aufmarschteilnehmer*innen an der Piazza in Karow (örtlicher Marktplatz) allmählich auf 100 Teilnehmer*innen anwuchs, konnte die Blockade über eine Dreiviertelstunde gehalten werden. Nach einigen Ansagen seitens der Polizei, die edurch das Megaphon sehr schlecht verständlich waren, begannen die Polizeikräfte mit der Räumung der Blockade. Währenddessen staute sich der Verkehr in beide Richtungen und machte die Straße im Wortsinne dicht (Bucher/Karower-Chausse sind die einzige Verbindungstraße in der Region). Die Räumung und Kontrolle und Personalinefeststellung aller Blockierer*innen nahmen insgesamt noch zwei Stunden in Anspruch. Anschließend liefen die Antifaschist*innen, lautstark aber unter massiver Polizeibegleitung zum S-Bahnhof Buch. Erst gegen 21.30 Uhr, drei Stunden nach angekündigten Aufmarsch-Termin, konnte der, auf 50 Teilnehmer*innen geschrumpfte, Rassisten-Mob nach Buch laufen. Zahlreiche Teilnehmer*innen hatten bereist zuvor auf Grund der warte Zeit und der Kälte die Versammlung verlassen. Bei den Flüchtlingsgegner*innen hatte die Blockade zu sichtlicher Frustartion geführt, was sich in den Kommentaren auf der Facebookseite der "Bürgerinitiative" wiederspiegelt.

Lokale Antifaschist*innen werten die Blockade als Teilerfolg. Der Aufmarsch konnte erstmals seit vier Wochen durch eine derartige Aktionsform blockiert, massiv verzögert und personnell verkleinert werden. Allen Teilnehmer*innen der Blockade muss an dieser Stelle noch ein mal für ihre Entschlossenheit gedankt werden. Gleiches gilt für die Menschen die die Gefangenen abgeholt haben. Rassisten zu blockieren bleibt weiterhin legitim!

Falls Post von der Staatsanwaltschaft kommen sollte, beantwortet diese nicht, sondern meldet euch bei der Roten Hilfe Berlin:
http://www.berlin.rote-hilfe.de/kontakt-sprechstunde/

Die Pankower Parteien und Zivilgesellschaft rufen am kommenden Montag am 8.12., um 18.00 Uhr am „1000 Kleine Dinge“-Markt in Buch zu einer Demonstration auf. Die Demonstration belegt die ursprüngliche Route der Rassisten und konnte bereits vergangene Woche den Aufmarsch durch Voranmeldung unterbinden und die Rassisten auf eine Kundgebung beschränken. Diese muss aufrechterhalten bleiben, damit Berlin an den Montagen zwei Rassisten-Aufmärscher erspart bleiben.

Für den Montag am 8.12. rufen antifaschistische Gruppen außerdem zu einer Demonstration gegen die rassistischen Proteste in Marzahn auf. Teffpunkt ist 18.00 Uhr am S-Bhf. Marzahn

Erstveröffentlichung auf Indymedia Linksunter am 5. Dezember 2014

Chronik der rassistischen Mobilisierungen und der Gegenproteste in Berlin