Antifaschistische Demo durch Marzahn - Nazi-Kundgebung frühzeitig abgebrochen

29. Dezember 2014 | Gemeinsam gegen Rassismus

Gestern Abend demonstrierten ca. 250 Antifaschist*innen vom S-Bahnhof Marzahn durch den Marzahner Kiez. Ein Bündnis aus antifaschistischen Gruppen, Parteien und Geflüchteteninitiativen hatte zu der Demonstration aufgerufen.

 

Trotz eisiger Kälte und allgemeiner Feiertagsstimmung stellten sich wieder viele Menschen neonazistischen Umtrieben entgegen. Die Teilnehmer*innen forderten Solidarität mit Menschen auf der Flucht und eine menschenwürdige Asylpolitik. Nazis und Rassist*innen darf kein Raum gegeben werden, wo und wann auch immer sie ihren Hass verbreiten muss antifaschistischer Gegenprotest laut, kreativ und sichtbar organisiert werden.

Anlass der Demo war ein Aufzug von Nazis und Rassist*innen, die unter dem Motto „Berlin gegen Asylmissbrauch und linke Gewalt (Ber.Ge.As.)“ aufgerufen hatten. Gerade einmal 50 zumeist betrunkene Nazis nahmen an der Veranstaltung teil, die letztlich lediglich eine Kundgebung blieb und nach etwa einer dreiviertel Stunde abgebrochen wurde.

Im Anschluss zogen kleine Nazi-Grüppchen grölend durch die Marzahner Promenade. Ihre eindeutige Niederlage an diesem Abend verschmerzten einige offenbar nur schwer und versuchten kurzzeitig an die Demo heranzukommen.

Die Antifaschistische Demonstration zog über die Landsberger Allee am Platz der künftigen Geflüchtetenunterkunft vorbei zum S-Bahnhof Mehrower Allee. Am Auftaktort, dem Einkaufzentrum EASTGATE, versuchte die Polizei und auch einzelne Nazis die Demo-Teilnehmer*innen massiv zu provozieren. Die Cops nahmen zwei Antifaschist*innen vorübergehend fest, wegen angeblicher Vorfälle vergangener Anti-Nazi-Aktionen in Marzahn. Die Demo startete erst nach deren Freilassung.

Bei der Abschlusskundgebung wurde erneut zu Solidarität mit Antifaschist*innen u.a. in Buch, Köpenick und Dresden aufgerufen. Ebenfalls wurde die Berliner Asylpolitik erneut scharf kritisiert. Die Etablierung des Lagersystems durch Massenunterkünfte und Container ist menschenunwürdig, stigmatisierend und isolierend.

Einmal mehr wurde deutlich, dass der Druck auf die Nazis nicht nachlassen darf. Engagierter antifaschistischer Protest gegen den brauen Mob und die Unterstützung solidarischer Menschen vor Ort ist weiterhin dringend notwendig.

Wir bedanken uns bei allen, die gestern wieder ein klares und kraftvolles  Zeichen für Solidarität und gegen Nazis gesetzt haben!

Impressionen von der antifaschistischen Demo findet ihr hier: https://www.flickr.com/photos/greenythekid/sets/72157649556893620/

Chronik der rassistischen Mobilisierungen und der Gegenproteste in Berlin