Der Tag der offenen Tür in Marzahn

21. Juli 2015 | Gemeinsam gegen Rassismus

Genau zwei Jahre und einen Tag nach dem Braunen Dienstag fand am Freitag, dem 10. Juli 2015, ein Tag der Offenen Tür in der neuen Containerunterkunft in Berlin Marzahn statt. Die NPD Marzahn-Hellersdorf rief zu einer Kundgebung gegenüber der Unterkunft am Blumberger Damm auf. Dazu kündigte die rechte Gruppierung „Wir Für Berlin“ eine weitere Protestkundgebung an, deren Initiator Enrico Stubbe regelmäßiger Teilnehmer der BÄRGIDA-Demos ist. Am Ende blieb es jedoch bei einer Kundgebung, die von den Berliner Bullen direkt gegenüber dem Eingang gestattet wurde.

Gegen 16 Uhr versammelten sich auf der einen Seite immer mehr Anwohner*innen, während auf der gegenüber liegenden Seite die NPD ihre Transparente und Fahnen entrollte und mit einem Lauti begann ihre überschaubare Kundgebung zu beschallen. Während die Polizei penibel darauf achtete, dass Teilnehmer*innen des spontanen antifaschistischen Protests nicht in die Nähe der Nazis gelangen konnten, bewegten sich die Nazis den Tag über ziemlich frei. Immer wieder gelangten Teilnehmer*innen der rassistischen Montagsdemos auch in die Unterkunft und nahmen an der Führung teil. Die meisten bekannten Nazis und Rassist*innenen beließen es aber bei Pöpeleien, Drohungen und dem Abfotografieren von Besucher*innen und Antifaschist*innen.
Während der Andrang beim Tag der Offenen Tür bis zuletzt anhielt (knapp 1300 Menschen nahmen angeblich teil) bröckelte bei den Nazis die Teilnahme gegen frühen Abend. Die Nazi-Hooligans um Enrico Schottstädt verdrückten sich, während Schottstädt noch den Abend über in seinem Auto durch die Gegend auf der Suche nach Antifaschist*innen fuhr.

Der große Protest von Nazis und rassistischen Bürgern blieb aus, auch das Aufgebot an organisierten Nazis blieb überschaubar. Neben Jens Irgang von der NPD Lichtenberg trollten sich nur wenige an der Kundgebung herum. Gleichzeitig lässt das selbstbewusste Auftreten der Nazis und die voraus gegangene Morddrohung gegen Hellersdorf Hilft nicht darauf schließen, dass mit einer reibungslosen Eröffnung des Containerheims zu rechnen ist. Dazu glänzten die Cops von der Direktion 6 mal wieder durch Gewalt gegen Antifaschist*innen, während es toleriert wurde, dass die Nazis Menschen bedrohen konnten.

Presseberichte:

Fotos:

Chronik der rassistischen Mobilisierungen und der Gegenproteste in Berlin