9. Mai 2014: Wer nicht feiert, hat verloren!

25. April 2014 | News Redaktion

Auch am 69. Jahrestag des Sieges über den deutschen Faschismus möchten wir uns bei allen antifaschistischen Kämpferinnen und Kämpfern bedanken, die zur Zerschlagung Nazideutschlands einen Beitrag geleistet haben. Der deutsche Antifaschist, Exilant und Veteran der Roten Armee Stefan Doernberg brachte es vor drei Jahren in seiner Rede auf unserem Fest zum 9. Mai auf den Punkt:

"Die Rote Armee rettete die Zivilisation."

Daran feierlich zu erinnern ist der Anlass unseres fröhlichen Festes im Treptower Park, unweit des Sowjetischen Ehrenmals.

In diesem Jahr ist der Jahrestag zugleich der 70. Jahrestag des Durchbruchs der Blockade von Leningrad. Die Belagerung von Leningrad durch die Wehrmachtstruppen des faschistischen Deutschlands dauerte vom 8. September 1941 bis zum 27. Januar 1944.

„Niemand ist vergessen, nichts ist vergessen.“ Diese Grabinschrift auf dem Leningrader Piskarjow-Gedenkfriedhof für die, die während der Belagerung starben und dort in Massengräbern begraben sind, ist für uns von tiefer Bedeutung. Deshalb wollen wir in diesem Jahr der Verteidiger_innen Leningrads, der Leningrader_innen, die die 900-tägige Blockade ertragen mussten und aller gedenken, die für den langersehnten Tag des Sieges arbeiteten und kämpften. Wir danken all jenen, die zusammen mit der Roten Armee an der Befreiung vom und dem Sieg über Nazideutschland beitrugen!

69 Jahre nach dem Sieg über den deutschen Faschismus existieren immer noch Neo-Nazi-Gruppen und sind weiter aktiv. Deshalb möchten wie in diesem Jahr in unserer Broschüre wiederholt auf die Aktualität antifaschistischen Widerstandes hinwiesen. Denn neofaschistische, antisemitische, antiziganistsiche, rassistische und nationalistische Einstellungen gewinnen in der Welt an Popularität und sind Faktoren, die die Gesellschaft in Deutschland wie auch z.B. in der Ukraine und Russland ernsthaft gefährden.

Die Krise hat den Neonazis und Nationalist_innen geholfen. Sie nutzen sie für ihre Zwecke mit sozialer Rhetorik. Ihre Popularität, die an der (latenten) Xenophobie und am Rassismus in der Bevölkerung ansetzte, entfaltet heute, vor dem Hintergrund von Millionen Arbeitslosen eine neue Dynamik. Bis zur Krise war das Feindbild vor allem der Westen und die Arbeitsmigrant_innen (zumeist als „Gastarbeiter“ bezeichnet) aus den ehemaligen sowjetischen Republiken. Heute richtet sich der Hass auf Menschen aus Russland mit „nicht-slawischen“ Äußeren: zum Beispiel gegen Baschkir_innen, Tatar_innen und Dagestaner_innen. Wir solidarisieren uns ausdrücklich mit Antifaschist_innen in den betroffenen Ländern, die sich dieser Entwicklung entschieden in den Weg stellen.

Seit sechs Jahren organisieren wir nun ehrenamtlich unser nicht-kommerzielles Fest zum Tag des Sieges. Dabei haben wir tausende Gäste, Musiker_innen und Freund_innen dazu gewonnen mit uns zusammen zu feiern, zu essen und zu trinken. Der Kampf um den Frieden ist auch 69 Jahre nach der militärischen Zerschlagung des deutschen Faschismus durch die Armeen der Anti-Hitlerkoalition, die antifaschistischen Widerstandskämpfer_innen und Partisan_innen unsere tägliche Aufgabe. An sie alle feierlich zu erinnern, ist der Anlass unseres fröhlichen Festes im Treptower Park, unweit des Sowjetischen Ehrenmals. In diesem Geiste wollen wir am 9. Mai zusammen feiern.

Schon am 8. Mai gab bzw. gibt es in Berlin zahlreiche Gedenkveranstaltungen. Der 8. Mai 1945 bedeutet für uns Befreiung – was sonst! Heben wir deshalb am 9. Mai unsere Gläser, um auf ein schöneres, besseres Leben ohne Neonazismus, Rassismus, Antisemitismus, auf gleiche Rechte für alle und natürlich auf den Frieden, die Freundschaft und die Liebe zu trinken!

Hitler kaputt!
Wer nicht feiert, hat verloren!

Basisorganisation (BO) 8.Mai der Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA)
Antifaschistische Initiative Moabit (AIM)
Autonome Antifa Berlin (A2B)

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