Lichtenberg

27. Januar 2022 | News Redaktion

Seit Ende Dezember 2021 hat die Querdenken-Bewegung ihre Demonstrationsstrategie geändert. Waren zuvor, auch in Berlin, immer mehr Demonstration wegen des Nichteinhaltens von Auflagen verboten worden, wird nun auf „Spaziergänge“ gesetzt. Dadurch, dass in den meisten Fällen auf Transparente verzichtet wird und sich niemand als verantwortlich zu erkennen gibt, versuchen die Pandemie-Leugner*innen so Polizeiliche Maßnahmen und Verbote zu umgehen.
Diese als „Spaziergänge“ getarnten Demonstrationen sind in verschiedenen Teilen des Landes auf mehrere tausend Personen angewachsen. Auch in Berlin in manchen Bezirken Mobilisierungen, die an der tausender Marke kratzten. Auch wenn die Demonstrationen nicht offensichtlich von extrem rechten Akteuren geleitet oder angeführt werden, und auch wenn mitunter ein Großteil der Mitlaufenden sich als bürgerliche Mitte präsentiert, waren Neonazis fast von Anfang an dabei. In einigen Bezirken laufen sie kontinuierlich mit und verteilen Propaganda.

19. Dezember 2021 | News Redaktion

Die Geschichtswerkstatt Lichtenberg führte im November und Dezember 2021 eine dreiteilige Veranstaltungsreihe durch, die den 10. Jahrestag der Selbstenttarnung der Neonazi-Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) zum Thema hatte. Dabei wurde durch die Initiative "NSU Watch" der inhaltliche Rahmen gesetzt, indem über den NSU, den NSU-Prozess und die linke Aufarbeitung des Komplexes berichtet wurde.
Die Geschichtswerkstatt referierte anschließend über extrem rechte Gewalt und Rechts-Terrorismus im Bezirk in den vergangenen 30 Jahren. Das Thema wurde umfangreich aufbereitet und reichte organisatorisch bis in die Gegenwart.
Abschließend referierte die Journalistin Malene Gürgen über die AfD und neurechte Ideologie als Motor rechter Gewalt. An prominenten und weniger prominenten Beispielen wurde die Wirkung von rechten Diskursverschiebungen auf ein terroraffines Klientel analysiert.

15. November 2021 | News Redaktion

Ermutigt durch die kraftvolle Fightback-Demo am Samstag haben wir in der Nacht auf den 15.11 die Initiative ergriffen und 5 Neonazis der Hammerskins Berlin in ihren Lichtenberger Nachbar*innenschaften bekannt gemacht.
Wir wollen den rechten Mythos um Lichtenberg endlich gebrochen wissen. Während die sichtbaren Strukturen seit den 90ern mit wenigen Ausnahmen nacheinander verschwinden, ist es umso wichtiger die Gruppen offenzulegen, die viel Wert darauf legen geheim zu bleiben. An der Stelle wollen wir exif-Recherche danken, die zu den Strukturen der Hammerskins eine umfassende Recherche veröffentlicht haben:
https://exif-recherche.org/?p=9556#berlin

Bei den Hammerskins Berlin läuft die ganze Suppe der Rechten Szene in Lichtenberg mal wieder zusammen und das schon seit den 1990er Jahren.
Hier finden sich Überreste mehrerer Lichtenberger Kameradschaften und es gibt Verbindungen zur extrem Rechten Fanszene des BFC Dynamo.

19. September 2021 | Gast

Vor wenigen Wochen ist die neue Recherchebroschüre "Motiv rechts" erschienen. Seitdem wurden 1.000 Stück der Broschüre im Berliner Bezirk Lichtenberg verteilt. Nun ist die Broschüre auch digital nachlesbar.
Die versammelt Texte zur lokalen AfD, ihrem Personal, ihren Strukturen, Aktivitäten und Skandalen. Ein Schwerkunkt liegt auf der Ideologie der extrem rechten Partei. An lokalen Beispielen wird deren Rassismus, Antisemitismus Antifeminismus und ihr Verhältnis zur Erinnerungspolitik dargestellt.

14. Juni 2021 | Fight Back - Antifa Recherche Berlin-Brandenburg

Am Samstag, dem 12. Juni 2021, führten die Faschisten vom "III. Weg" von 9 bis 11 Uhr parallel fünf Stände in Lichtenberg durch. Sie fanden an den Bahnhöfen Friedrichsfelde Ost, Tierpark, Storkower Straße sowie am Prerower Platz und in der Weitlingstraße statt. Insgesamt waren mehr als 35 Neonazis aus Berlin und dem Umland an der Aktion beteiligt. Im Zuge des Wahlkampfes tritt der Berliner Verband des "III. Wegs" aus seiner Deckung und versucht - mit Brandenburger Unterstützung - Stärke in den Bezirken zu zeigen. Er offenbart so auch seine Berliner Personalstruktur.

16. März 2021 | News Redaktion

Am 19. März 2021 soll in der George-Orwell-Schule (Lichtenberg) eine Diskussionsveranstaltung zu den Berlin-Wahlen stattfinden. Die Veranstaltung wird von der Agentur „Dialog P“ organisiert. Diese Agentur wurde vom Abgeordnetenhaus mit der Organisierung von Diskussionsrunden an Schulen beauftragt. „Dialog P“ verfolgt das Konzept, die Wahlkämpfer:innen direkt in die Schulen zu holen, damit sie sich dort präsentieren können. Dabei ist sich „Dialog P“ auch nicht zu schade dafür, die faschistische AfD mitzuschleppen.

In der George-Orwell-Schule in Lichtenberg soll nun der innenpolitische Sprecher der AfD, Karsten Woldeit, auftreten. Dass der AfD so eine Bühne geboten wird, ekelt uns an. Deshalb sind wir losgezogen und haben der Schule unsere unübersehbare Nachricht an der Fassade hinterlassen. Denn wer sich die AfD ins Haus holt, muss mit unserem Widerstand rechnen.

12. März 2021 | Fight Back - Antifa Recherche Berlin-Brandenburg

Durch ein Gerichtsverfahren ist ein weiterer Fall eines Neonazis bekannt geworden, der über einen Schützenverein Zugriff auf Schusswaffen hat. Der Berliner Daniel Meinel klagte im vergangenen Jahr gegen den Entzug seiner Waffenberechtigungskarte. Diese besaß er seit 2017, zwei Jahre später wurde sie ihm entzogen.
Die Behörden begründeten den Entzug mit seine Mitgliedschaft in der verbotenen Lichtenberger „Kameradschaft Tor“ (2005) sowie spätere Neonaziaktivitäten – seine Teilnahme am „Trauermarsch“ in Dresden 2015 und ein Neonazi-Graffiti „Rotfront verrecke“ in Mittenwalde 2016. Meinel behauptete in seinem Widerspruch, er habe sich von der Neonaziszene gelöst und wäre in der KS Tor nur aus persönlichen Gründen (Konflikt mit seinem linken Vater) gewesen. An eine Teilnahme an dem Neonaziaufmarsch könne er sich nicht erinnern. Das Gericht wies diese Ausführungen als Schutzbehauptung ab.

10. Februar 2021 | News Redaktion

Diese Woche haben wieder einmal Faschisten von der Kleinpartei „Dritter Weg“ mehrere Flyerverteilaktionen gegen (vermeintliche) linksradikale Strukturen (Flyer siehe Anhang) in Neukölln durchgeführt.
An mindestens 2 Tagen konnte festgestellt werden, dass sie eine Route durch den Schillerkiez bzw. Richardkiez genommen haben. Am Freitag sind die Flyer außerdem in Lichtenberg aufgetaucht.
Zum einen klingeln sie an Häusern und sagen, dass sie Post einwerfen wollen, um an die Briefkästen zu kommen und sie zu beflyern. Zum anderen sind auf ihren mutmaßlichen Routen durch die Kieze Sticker zu sehen gewesen (im Anhang).
Sie waren mit ca. 2-3 Personen unterwegs, identifiziert werden konnten sie bisher nicht und haben sich im Zeitraum zwischen 11 und 14 Uhr in den Kiezen bewegt. Allerdings ist in diesem Zusammenhang nennenswert zu erwähnen, dass Sebastian Thom erst vor Kurzem aus dem Knast Moabit entlassen wurde. Wer er ist und zu welchen Mitteln er greift, könnt ihr hier nachlesen: /recherche/1764-sebastian-thom-beim-iii-weg-und-die-krise-der-berliner-npd

7. Februar 2021 | News Redaktion

Im Dezember 2020 wurde Paul Rost zum Spitzenkandidaten der Piratenpartei bei der Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung (BVV) im Berliner Stadtteil Lichtenberg 2021 gewählt [Bild 1]. Das ehemalige Mitglied der Linkspartei fiel in den letzten Monaten vor allem als Nebendarsteller in den Videos des rechten Youtubers Martin Lejeune auf, der sich in Berlin als Sprachrohr der autoritären Corona-Proteste inszeniert. Über ihn versucht Rost sich als Möchtegern-Journalist in der Meinungsblase der Corona-Leugner*innen zu etablieren.

4. November 2020 | News Redaktion

Die AfD ist eine extrem rechte Partei, die rassistische, sexistische und menschenverachtende Positionen vertritt, die Gesellschaft spalten will und deren Politik ganz konkrete teilweise blutige Folgen für alle Menschen hat, die nicht in ihre rückwärtsgewandte, braune Stammtischwelt passen. Das, und nur das, ist der Grund warum es für die AfD inzwischen kaum noch möglich ist Räumlichkeiten für ihre Veranstaltungen zu finden. Das, und nur das, ist der Grund warum die AfD nach knapp 170 Absagen von Berliner Locations schließlich in einer halblegalen, umgebauten Kegelbahn mit zu wenig Platz und ohne Brandschutz und Genehmigung in Kaulsdorf gelandet ist, die ihre Geschäftsführung im Impressum ihrer Webseite wechselt wie andere Leute ihre Socken.

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